Keiner will nach Hemishofen

Würde die Ecopop-Initiative angenommen, wären nur vier Gemeinden im Kanton Schaffhausen nicht von der Zuwanderungsbegrenzung betroffen.

Am 30. November stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» ab. Sie verlangt, dass die jährliche Nettozuwanderung, also Einwanderer minus Auswanderer, auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung begrenzt wird.

Die Begrenzung von Ecopop gilt für die gesamte Schweiz. Eine einzelne Gemeinde dürfte natürlich weiterhin eine höhere Nettozuwanderung aus dem Ausland als 0,2 Prozent haben. Weil aber die schweizweite Zuwanderung sinken wird, müsste wahrscheinlich jede Gemeinde mit weniger Zuwanderern rechnen. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie hoch die internationale Nettozuwanderung in den Schaffhauser Gemeinden in den letzten Jahren war.

Würde die 0,2%-Klausel auf die Schaffhauser Gemeinden angewandt, wären nur Lohn, Hemishofen, Siblingen und Buchberg nicht betroffen, weil sie gemessen an ihrer Gesamtbevölkerung in den Jahren 1981 bis 2010 durchschnittlich eine tiefere Nettozuwanderung pro Jahr aus dem Ausland aufweisen.


Notiz: In der Grafik ist nur der internationale Wanderungssaldo berücksichtigt, nicht die Nettozuwanderung aus Gemeinden in der Schweiz.

Durchschnittlich weist der Kanton Schaffhausen in den Jahren 1981-2010 eine jährliche Nettozuwanderung von 0,45 Prozent auf. Bei einer Annahme der Ecopop-Initiative müsste der Kanton Schaffhausen seine Nettozuwanderung aus dem Ausland somit mehr als halbieren.

Die Zuwanderungsbegrenzung nach Ecopop unterscheidet bei den Einwanderern aus dem Ausland nicht zwischen Ausländern und Schweizern. Würde diese Unterteilung gemacht werden und beispielsweise nur die Zuwanderung der Ausländer begrenzt, wären sogar nur Lohn und Hemishofen nicht betroffen. In Siblingen und Buchberg wird die zu hohe Zuwanderung von Ausländern durch die Abwanderung von Schweizern ins Ausland wettgemacht.

Von einer Nettoabwanderung von Schweizern ins Ausland sind aber nicht nur Siblingen und Buchberg betroffen, sondern ganze zwei Drittel aller Gemeinden (!). Von 1981 bis 2010 haben netto 554 Schweizer den Kanton Schaffhausen ins Ausland verlassen. Umgekehrt sind netto 10’439 Ausländer in den Kanton eingewandert. Das entspricht einer Nettozuwanderung von 9’885 Personen (jährlich 329).

Quelle: BFS