Nationalrats-Ranking

Die Enthaltungskönigin
Nationalrätin Ruth Humbel (CVP/AG) hat sich bei 230 von 3’008 Abstimmungen (7,65%) der laufenden Legislatur der Stimme enthalten. Das berechnete Politnetz für den Datenblog des Tages Anzeigers.

Zum Artikel (Die Enthaltungskönigin) »

Durchschnittlich enthält sich ein Nationalrat lediglich in zwei Prozent der Abstimmungen. Politgeograph Michael Hermann hat dafür eine einleuchtende Erklärung, wie er gegenüber dem Tages Anzeiger sagte: «Wenn sich ein Parlamentarier die Mühe gemacht hat, bei einer Abstimmung präsent zu sein, dann äussert er in der Regel auch seine Meinung.»

Auf dem dritten Platz findet sich der Grüne Nationalrat Christian van Singer (VD). Im Interview mit RTS zeigt er sich überrascht. Er verneint aber, dass eine Enthaltung bedeutet, dass man zu einem Thema keine Meinung habe. So hat er sich beispielsweise bei der Abstimmung über die Initiative «Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!» von Gastro-Suisse der Stimme enthalten, weil er für die Annahme der Initiative ist, seiner Fraktion – welche die Initiative mehrheitlich ablehnt – aber nicht in den Rücken fallen wollte.

Die Streberin
Ein zweites Ranking zeigt, wer am meisten auf den JA- oder NEIN-Knopf drückt und gemäss Datenblog somit die pflichtbewussteste Nationalrätin ist. In diesem Ranking liegt SVP-Vertreterin Yvette Estermann (LU) an der Spitze.

Zum Artikel (Die Streberin) »

Nur gerade in 51 von 3’008 Abstimmungen hat sie nicht die Knöpfe für JA oder NEIN gedrückt. 42-mal enthielt sie sich, einmal fehlte sie entschuldigt und achtmal unentschuldigt.

Der Unzuverlässigste
In einem dritten Ranking, das die Anzahl der unentschuldigten Absenzen aufzeigt, sind in den Top 10 nur Männer zu finden, angeführt von Hans Grunder (BDP/BE). Er verpasste 755 oder rund 25 Prozent aller Abstimmungen.

Zum Artikel (Die Unzuverlässigsten) »

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass im Laufe der Legislatur die Personen, die prozentual am meisten Abstimmung verpasst haben, allesamt nicht mehr im Nationalrat sind: Peter Spuhler (SVP/TG), Christoph Blocher (SVP/ZH), Filippo Leutenegger (FDP/ZH), Ursula Wyss (SP/BE).